Restaurierung der Reneka One am 15. Dezember 2007

Aktivitäten

An diesem Tag habe ich mich eigentlich nur dem Sichten der restlichen Teile gewidmet.

Der Kessel und die Anbauteile außen wurden ja bereits von der Maschine entfernt und mit Hilfe von diversen Werkzeugen und unter Einsatz von Unmengen Zitronensäure gereinigt.

Allerdings war auch recht schnell klar, dass die diversen Drogeriemärkte der Umgebung auch weiterhin guten Umsatz mit mir machen werden. Warum, zeigen die folgenden Bilder ganz gut:

 

Auf den beiden Bildern sind auch gleichzeitig zwei elementare Bestandteile der Maschine zu sehen. Das linke Bild zeigt das gewinkelte Kupferrohr mit eingelassenem Teflonschlauch. Hierdurch wird das kalte Wasser von der Pumpe durch den Schlauch an den Boden des Wärmetauschers transportiert. Dort wird es durch das heiße Umgebungswasser erhitzt und dann direkt in den Brühkopf gedrückt.
Auf dem zweiten Bild ist die Pumpe der Maschine zu erkennen. Es handelt sich um eine Vibrationspumpe mit einem drauf festgeschraubten Stecker, der direkt zur Elektronik der Maschine geht. Da die Pumpe während des Betriebs normalerweise recht stark vibriert (ich hoffe, diese hier tut das auch irgendwann wieder), ist sie mit Hilfe zweier am Boden verschraubter Gummihalter verschraubt, um Geräusche und die Übertragung der Vibrationen auf das Gehäuse zu reduzieren. Warum in einer Maschine, die eher ins Segment der kleinen bis mittleren Gastromaschinen mit recht hohen Anschaffungspreisen gehört, keine Rotationspumpe ihr Werk verrichtet, weiß ich leider nicht. Mich stört die Pumpe erst mal nicht. Da die Maschine sehr massiv aufgebaut ist, mache ich mir ehrlich gesagt über Vibrationen und Geräusche kaum Gedanken.

Nachdem diese Teile alle entfernt waren, war der Weg frei, die Kaltwasserzuführung zu entfernen. Hier erst einmal ein Bild:

Diese ist recht unkonventionell innerhalb der Maschine verschraubt. Einerseits ist der Verteiler (das Ding mit dem großen Gewinde) am Boden der Maschine mit einer Schraube befestigt. Andererseits ist vor dem Magnetventil, das am vorderen Rand der Maschine sichtbar ist, noch ein Metallteil, das direkt an der Front der Maschine gehalten wird. Verdeckt wird dies hier durch die graue Abdeckung. Deshalb noch ein Foto des ausgebauten Kaltwasserteils ohne Magnetventil, damit man die Verschraubung sieht:

 

Die Verschraubung befindet sich auf der linken Seite des Bildes. Diese wird in eine Aussparung des Gehäuses eingesetzt und wird hier bereits gehalten. Dagegen wird dann eine Messingscheibe mit einer Schraube befestigt, damit das alles hält. Warum die Konstruktion hier so komplex ist, verstehe ich zwar nicht. Es macht aber einen sehr hochwertigen Eindruck.
Die Zuführung des kalten Wassers erfolgt übrigens an dem großen Gewinde rechts unten auf dem Foto. Da der Verteiler ein massiver Messingblock ist, kann man kaum erkennen, wie genau hier der Fluss stattfindet. Klar ist aber Folgendes:

  • der Zulauf erfolgt am großen Gewinde
  • das Magnetventil schaltet die Befüllung des Kessels bei Bedarf an
  • die Pumpe wird nicht zum Befüllen des Kessels verwendet
  • die beiden sichtbaren Gewinde sind im Boden der Maschine verschraubt
  • die Verdickung oben auf dem Bild ist ein Rückschlagventil bzw. dessen Ummantelung
  • das Ding ist wohl für 1- und 2-gruppige Varianten der Maschine identisch, da einige Öffnungen in dem Teil durch Blindschrauben verschlossen wurden

 


Der Brühkopf mit Kessel

Beim oben beschriebenen Zerlegen hatte ich mir natürlich wieder recht heftig die Finger schmutzig gemacht und eigentlich noch keinen großen Fortschritt erreicht. Aber viel über die Funktionsweise gelernt.
Um an ein kleines Erfolgserlebnis zu kommen, habe ich mich gegen Abend noch über den gereinigten Brühkopf mit Kessel und Anbauteilen hergemacht. Auch hier gab es wieder einiges zu Lernen, da man endlich die genauen Wege des Wassers nachvollziehen kann und sich so langsam ein Gesamtbild ergibt, wie Espresso-Maschinen funktionieren. Ein Bild der zusammengefügten Teile gibt es natürlich auch:

 


Der Dreck

Naja, wie oben bereits angekündigt, gab es neben den technischen Einzelheiten auch eine Menge Schmutz zu entdecken. Anscheinend wurde die Maschine in einer Kneipe betrieben, in der recht heftig geraucht wurde. Zusätzlich hat sich überall Kaffeefett, Kalk und zum Teil auch Rost abgesetzt:

Und dann kam ein kleines Highlight. Wie oben schon erwähnt, wird die Pumpe durch Gummihalter am Boden verschraubt. Dieses System ist meiner Meinung nach einfach, einleuchtend und sinnvoll. Anscheinend gelten in deutschen Kneipen aber andere Maßstäbe. Da löst der gute alte Bierdeckel jedes Problem:

 


Weitere Bilder

Alle Bilder, die in diesem Artikel aufgeführt sind, gibt es auch in meiner Foto-Galerie. Dort sind natürlich wesentlich mehr Fotos hinterlegt:

Falls Jemand die Bilder dort in höherer Auflösung benötigt, kann ich diese gerne auf Anfrage zur Verfügung stellen.

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